Michael Paul

Der Kampf um den Nordpol

Die Arktis, der Klimawandel und die Rivalität der Großmächte
Cover: Der Kampf um den Nordpol
Herder Verlag, Freiburg im Breisgau 2022
ISBN 9783451390524
Gebunden, 288 Seiten, 18,00 EUR

Klappentext

Das "ewige Eis" am Nordpol schmilzt und arktische Räume werden immer leichter und länger zugänglich. Auf dem Land können die reichen Bodenschätze einfacher abgebaut werden und der Schiffsverkehr im Nordpolarmeer nimmt zu. Die Arktis verliert dabei zunehmend ihren Ausnahmecharakter als Ort der friedlichen Kooperation. Der Klimawandel macht sie zum Objekt widerstreitender Interessen und Machtkonflikte. Es ist dünnes Eis, auf dem sich die Großmächte USA, China und Russland bewegen und um die Vorherrschaft in der Arktis streiten. Sind wir schon in einem neuen Kalten Krieg? Dieses Buch will den vielfältigen Wandel in der Arktis erklären, Konflikte problematisieren und Wege zu Dialog und Kooperation aufzeigen.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 05.10.2026

Die Arktis liegt im Trend, hält Rezensent Christoph Hein fest, wer kenntnisreiche, aber nicht immer einfach zu lesende Ausführungen möchte, ist bei Michael Paul an der richtigen Adresse. Wer seinen Überlegungen folgt, schafft damit eine gute Grundlage, um fundiert auch und gerade über die geopolitische Bedeutung der Arktis diskutieren zu können, ist sich Hein sicher. Er liest hier zum Beispiel, dass die Bedeutung der Region für die "fossile Ressourcenwirtschaft" dazu führt, dass Russland, USA und China sich im ständigen Tauziehen befinden, erfährt aber auch, wie das Seerechtsübereinkommen funktioniert oder was das arktische Klimasystem für den Rest der Welt bedeutet. Abschließend hätte er sich allerdings vom Verlag gewünscht, dass dieser das Buch mit Karten ausstattet, weil ja nun nicht jeder aus dem Kopf wisse, wo beispielsweise Ny-Alesund liegt, und dem Text ein sortiertes Abkürzungsverzeichnis beifügt. Das mindert das Erkenntnispotential aber kaum, versichert Hein abschließend. 

Rezensionsnotiz zu Süddeutsche Zeitung, 04.07.2022

Ausgesprochen informativ findet Rezensent Nicolas Freund diesen Band, in dem der Politikwissenschaftler Michael Paul die Arktis als Schauplatz künftiger Konflikte aufreißt: Der Klimawandel eröffnet neue Seewege nicht nur für Containerflotten, sondern auch für Atom-U-Boote, die Ausbeutung arktischer  Bodenschätze wird rentabel, Russland beansprucht immer weitere Gebiete als Wirtschaftszone und selbst China mischt mit, indem es sich zu einem "artiksnahen" Land erklärt. Das ergibt Sprengstoff, weiß Freund und empfiehlt diesen fundierten und klar strukturierten Band als neues Standardwerk.

Rezensionsnotiz zu Frankfurter Allgemeine Zeitung, 21.06.2022

Rezensent Ralph Rotte begrüßt Michael Pauls intensiven Blick auf eine eher wenig beachtete Region machtpolitischen Interesses zwischen den USA, Russland und China. Pauls Darstellung der Arktis und ihrer ökonomischen und politisch-strategischen Bedeutung scheint Rotte höchst aktuell und wichtig, auch wenn sich laut Autor in naher Zukunft kein dramatischer Arktis-Konflikt entspinnen dürfte. Das Buch eignet sich für Fachleute wie für Laien, findet Rotte, da Paul Zusammenhänge eingängig und rational analytisch zu vermitteln weiß. Für besonders spannend hält Rotte Pauls Exkurs zu Grönlands Unabhängigkeitsbestrebungen.

Rezensionsnotiz zu Neue Zürcher Zeitung, 07.06.2022

Rezensent Thomas Speckmann macht sich mit Michael Paul und seinem Buch die neue Bedeutung der Arktis für das Machtgerangel zwischen den USA und Russland bzw. China bewusst. Unter anderem erklärt ihm der Autor, inwieweit der Klimawandel der Rivalität am Pol in die Karten spielt und welche ökonomischen und militärischen Interessen die Großmächte dort jeweils verfolgen. Ob als Machtkampfarena, Ressourcenbasis oder Welthandelstor - der Nordpol wird weiter von sich reden machen, ahnt Speckmann.

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